|
Charlottenburg verdankt seinen Namen der früh verstorbenen
Königin Sophie-Charlotte (1668-1705). Mittelpunkt dieser Region
bildet das Schloss Charlottenburg. Hierher zieht es viele
Besucher aus allen Ländern der Welt – aber auch Anwohner nutzen
und genießen täglich „ihren“ Schlosspark zur Erholung und
Entspannung.
Rund um die Sommerresidenz entstand ab 1705 eine barocke Stadt,
in der sich die königlichen Hofbeamten und Zulieferbetriebe des
Hofes ansiedelten. Die Schlossstraße, die direkt auf das
Charlottenburger Schloss führt, wurde um 1700 angelegt und ist
die älteste Straße Charlottenburgs.
Die Allee ist genau einen Kilometer lang und wird gesäumt von
den Stüler-Bauten und von prächtigen Villen des 19.
Jahrhunderts. In den altbaugesäumten Straßen um den
Klausenerplatz gegenüber dem Schloss hat sich ein
eigenständiger Kiez entwickelt, der Raum für alternative
Lebensmodelle lässt.
Unweit entfernt, um den Gierkeplatz und entlang des nördlichen
Teils der Wilmersdorfer Straße sind noch heute Teile der
Charlottenburger Altstadt erhalten. Der Maler, Zeichner und
Photograph Heinrich Zille
(1858-1929) lebte seit 1893 um die Ecke in der
Sophie-Charlotten-Straße 88. Seine liebevollen und
sozialkritischen „Miliöh-Studien“ stammten vornehmlich aus der
sozialen Unterschicht. Der Sprachmeister des „Berliner
Mutterwitzes“ versah seine Werke oft mit Kommentaren: „Mutta,
jib doch die zwee Blumtöppe raus, Lieschen sitzt so jerne ins
Jrüne!“.
In der nördlichen Wilmersdorfer Straße und der Altstadt
verstecken sich stadtweit bekannte Besonderheiten: Da wäre
Rogacki, eines der bekanntesten Berliner Delikatessen- und
Feinkostgeschäfte mit
außergewöhnlichen Angeboten. Frische Austern und besondere
Fische werden küchenfertig zubereitet oder gleich neben der
Räucherei im Stehen bei einem guten Glas Wein verköstigt. In
der einzigartigen Markthalle treffen Sie Prominente wie
Anwohner.
Ein Stückchen weiter in Richtung Rathaus Charlottenburg
befindet sich die älteste Gaststätte und Destille
Charlottenburgs. Bei Hoecks lohnt sich ein Blick in die alte
Schankstube, zu essen gibt es typische Alt-Berliner Gerichte.
Der Einzelhandel hat sich in diesem Abschnitt spezialisiert auf
„unscheinbare Besonderheiten“ - seien es die erlesenen Weine
oder
Essig und Öl aus Fässern um die Ecke in der Bismarckstraße,
oder die besonderen Weine im Ackerbürgerhaus (1732),
Wilmersdorferstraße 18. In einem kleinen Küchenladen gibt es
Haushaltswaren - wie sie unsere Eltern in den Schränken hatten.
Überall werden Sie freundlich beraten - hier tickt die Uhr
etwas langsamer.
Gipsformerei (1891)
Sophie-Charlotten-Straße 17-18, In der Gipsformerei sind Gips-
und Stuckarbeiten zu betrachten und käuflich zu erwerben. Ein
„Muss“ für Sammler antiker Skulpturen.
Verkehrsanbindung
Westend,
Sophie-Charlotte-Platz,
Richard-Wagner-Platz,
Bismarckstraße,
Deutsche Oper, Autobahn: A 100 |